Was viele NICHT über Blasenentzündungen wissen



Die allgemeinen Ratschläge bei chronischen Blasenentzündungen "viel trinken", "nicht kalt werden", "Cranberry" und so weiter sind allseits bekannt.


Die wenigsten Tipps beziehen sich leider auf die Ursache des Problems. Weil ich dieses Wissen so wichtig finde, möchte ich dir davon erzählen.


In den folgenden Zeilen erfährst du…

  • wie Blasenentzündungen entstehen

  • wie eine gesunde Vaginalflora aussieht

  • wie wir uns gegen Blasenentzündungen schützen können


Chronische Beschwerden sind manchmal wie Unkraut: Wenn man nur die Blätter an der Erdoberfläche abschneidet, dauert es nicht lange bis sie wieder auftauchen. Im Fall Blasenentzündung ist es nicht anders. Man merkt die Symptome einer Blasenenentzündung und versucht die oberflächlichen Symptome mit Hilfe von Medikamtenten oder viel Wasser "abzuschneiden". Das mag im akuten Fall manchmal helfen. Wenn man aber die Blätter samt Wurzel entfernt, macht man dem lästigen Unkraut komplett den Gar aus.


Der tieferliegende Grund für Blasenentzündungen liegt häufig in der Vaginalflora.



Das weibliche Mikrobiom


Die Darmflora kennen wir spätestens seit dem Buch "Darm mit Charme". Dabei handelt es sich um Mikroorganismen, die unseren Darm bewohnen und wertvolle Aufgaben für uns ausführen, z.B. bei der Verdauung oder Vitaminaufnahme helfen.


Ähnlich wie im Darm gibt es auch eine mikrobielle Besiedelung in der Vagina. Die zwei gängigen Begriffe dafür sind Vaginalflora oder Weibliches Mikrobiom. Eine wichtige Aufgabe der Vaginalflora ist, dass sie uns vor Eindringlingen beschützt.


In einem gesunden weiblichen Mikrobiom herrscht lebhaftes Treiben. Vor allem wohnen hier die guten Döderlein-Bakterien. Das sind Bakterien, die uns wohl gesonnen sind. Sie ernähren sich von dem schmackhaften Glykogen aus den abgestorbenen Schleimhautzellen. Diese wunderbare Nahrung verarbeiten die Döderleins in Milchsäure. Deshalb werden sie auch Milchsäurebakterien genannt. Das Umfeld, in dem sie leben und sich ernähren, ist wie der Name schon sagt milch-SAUER.


Ein saurer ph-Wert in der Vagina ist sehr gesund. Wir wünschen uns dort ein saures Millieu, weil damit ein paradiesisches Ambiente für gute Bewohner und Beschützer entsteht. Eine saure Flora ist also das Paradies für die guten Bakterien. Hier versammeln sich die mutigen Beschützer und futtern fleißig Glykogen, damit sie stark und kräftig für den Fall der Fälle sind.


Manchmal versuchen unerwünschte Eindringlinge, z.B. Bakterien, die eine Blasenenzündung verursachen (oftmals sind es die E.coli), sich Zugang zu fremden Terrotorium zu verschaffen. Die E.coli Bakterien erfüllen wertvolle Arbeit im Darm, aber in der Vagina haben sie nichts zu suchen. Die Eindringlinge kommen an den Döderleins im Normalfall nicht vorbei. In einem sauren Millieu sind die Beschützer stark genug, um Eindringlinge fern zu halten.


Eine gesunde, saure Vaginalflora ist für viele Bakterien unerträglich.


Wenn die Döderleins und Beschützer nicht stark genug sind, der ph-Wert nicht ausreichend sauer ist, haben sie evt. eine Hungersnot erlitten. Nur in diesem Fall könnten Eindringlinge es schaffen an den geschwächten Döderleins vorbei zu kommen.


Da Blasenentzündungen meist durch Bakterien entstehen, sollten wir uns auf eine gesunde Vaginalflora konzentrieren.


Es geht also grundsätzlich darum für die Organismen, die uns verteidigen, optimale Lebensbedingungen zu schaffen.




Nun zur wichtigen Frage:


Wie erhält man eine gesunde Vaginalflora?


Do´s and Don´ts für eine gesunde Vaginalflora.


1. Die Pille


In Deutschland ist die Pille die am weitesten verbreitetste Verhütungsmethode. Sehr gerne werden kombinierte, niedrig doserte Antibaby-Pillen verschrieben.


In manchen Fällen stellt sich leider ein ungünstiger Effekt ein: Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, wie z.B. Blasenentzündungen. Das kann aus folgendem Grund passieren:

Wenn mit niedrig dosierten Präparten verhütet wird, kann die körpereigene Hormonporduktion unterdrückt oder reduziert werden. Manchmal führt dies zu einem Hormonmangel. Normalerweise (ohne Einnahme der Pille) bilden die Eierstöcke verschiedene Arten Östrogen (z.B. Östriol). Wie oben beschrieben brauchen unsere lieben Döderleins Nahrung, um eine starke Vaginalflora aufrecht zu erhalten. Das Futter der Döderlein wird allerdings nur durch das natürliche Östriol gebildet.


Nehmen wir die Pille, bekommen wir nur eine Sorte Östrogen - nämlich das, das aus dem Labor stammt.


Das wiederum führt zu einer dünneren und empfindlicheren Schleimhaut. Unsere lieben Döderleins hungern, sodass in diesem Fall die Vaginalflora nicht stark genug ist, um ausreichend Schutz vor Eindringlingen zu bieten.


Mein persönlicher Tipp:


Wenn du das Gefühl hast, dass dies bei dir ein Thema sein könnte, sprich bitte mit deinem Gynäkologen und erkundige dich ggf. über alternative Verhütungsmethoden.



2. Intimpflege


Seifen, Duschgel, Rasierschaum, Duftspray und allgemein Drogerieprodukte haben im Intimbereich nichts zu suchen! Absolut gar nichts! Sie zerstören alle Bakterien. Die Guten UND die Schlechten.

So gut die reinigende oder "desinfizierende" Wirkung von Waschmitteln im Alltag ist, untenrum sind sie fehl am Platz und bringen unser Millieu in der Vagina durcheinander.


Mein persönlicher Tipp:


Waschen mit Wasser ist das Beste!



3. Menstruationshygiene


Viele Tampons und Binden sind mit Chlor gebleicht. Ihr kennt es vielleicht aus dem Pool: Chlor tötet Bakterien. Also, nicht gut für unsere Milchsäurebakterien.

Das Gleiche gilt natürlich für Schwimmhallen, Freibäder, etc.


Mein persönlicher Tipp:


Mesntruationstasse nutzen und das Baden im Meer oder Seen bevorzugen.



4. Basenbäder


Auch wenn du deinem Körper mit einem Basenbad oder einer Magnesiumwanne etwas Gutes tun möchtest, lass es bei drohenden Blasenentzündungen lieber sein. Die Salze erzeugen ein basisches Millieu und wir wollen das Gegenteil in der Vagina, nämlich ein saures Millieu. Der Intimbereich sollte nicht mit basischen Substanzen in Kontakt kommen.


Mein persönlicher Tipp:


Frischen Lavendel oder Rosmarin in das Badewasser geben.



5. Psyche


Aus meiner Sicht haben die meisten chronischen Erkrankungen auch eine psychische Komponente. Blasenprobleme stehen für: "Ängstlichkeit. Hält fest an alten Vorstellungen. Angst loszulassen."


Mein persönlicher Tipp:


Nutze ein neues Gedankenmuster: "Leicht und mühelos lasse ich das Alte gehen und heiße Neues willkommen. Ich bin in Sicherheit." Sag es dir selbst häufiger über den Tag verteilt.


Das Wichtigste in Kürze:


Eine gesunde Vaginalflora ist sauer und für viele Bakterien unerträglich. Daher ist es das oberste Ziel diese aufrecht zu erhalten. So vermeidet man, dass unerwünschte Bakterien eine Blasenentzündung auslösen.

Möglichkeiten für eine gesunde, saure Vaginalflora sind: Pille und Chlor meiden, basische Flüssigkeiten für den Intimbereich eliminieren und sich mental mehr auf "loslassen, ich bin in Sicherheit" einstimmen.




Bitte beachte:

Die Inhalte dieses Blogs dienen der allgemeinen Information über gesundheitliche Themen. Sie können und sollen in keinem Fall die ärztliche Beratung, Diagnose und Behandlung ersetzen. Solltest Du an einer Krankheit leiden, besprich bitte jeden Rat von mir mit deinem Arzt oder Heilpraktiker. Ich darf weder diagnostizieren, noch behandeln, da ich keine Ärztin oder Heilpraktikerin bin. Diese Webseite gibt lediglich meine Erfahrungen und meine Meinungen wieder. Ich empfehle dir die hier bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen nutzen.


Über mich

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Mein Name ist Laura, ich bin angehende Heilpraktikerin für Frauengesundheit.

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