Hormonfrei verhüten: Die 4 sichersten Verhütungsmethoden



Das Pillen-Zeitalter neigt sich dem Ende. Frauen und junge Mädchen entscheiden sich für ihren eigenen, natürlichen Zyklus. Sagen NEIN zur Pille und JA zu ihrer Natur und möchten hormonfrei verhüten.


Das kann ich zu 100% nachvollziehen, denn das macht extrem viel Sinn!


Warum solltest du hormonfrei verhüten?


Keine Lust auf Sex, miese Stimmung und Blutgerinsel – das Image der Pille hat gelitten. Und vielleicht hast du auch schon selbst negative Erfahrungen mit der Pille oder anderen hormonellen Verhütungsmitteln gemacht. Manchmal kommen die negativen Auswirkungen aber auch erst nach dem Absetzen zum Vorschein.


Die Pille legt den weiblichen Zyklus auf Eis. Ja du magst es vielleicht kaum glauben, aber sie schaltet tatsächlich die körpereigenen weiblichen Hormone ab.


Als Expertin für Frauengesundheit kann ich sagen: Dein Zyklus ist nicht nur dein Zyklus. Er ist Ausdruck deines Gesundheitszustandes und hat Einfluss auf sehr viele Organe und Vorgänge im Körper. Daher ist es auch außerordentlich wichtig den Zyklus aufrecht zu erhalten. Und das geht nur, wenn Frauen hormonfrei verhüten. Denn mit Pille und Co gibt es keinen Menstruationszyklus.


Weniger Risiko, wenn Frauen hormonfrei verhüten


Eine Pillenblutung wird nicht vom Eisprung und dieser wundervollen Serie hormoneller Ereignisse ausgelöst. Es ist lediglich eine Entzugsblutung des Pillenmedikaments, das die Eierstöcke in einen tiefen Winterschlaf versetzt.


Dieser Eingriff in unseren Körper bleibt nicht ohne Folgen. Du weißt bestimmt wovon ich spreche: Stimmungsschwankungen, PMS, Wassereinlagerungen, Thromobserisiko etc. Das sind keine unerheblichen Risiken. Es gibt viele Gründe, die für die Erhaltung deines natürlichen Zyklus sprechen und ausschließlich mit einer hormonfreien Verhütung funktionieren.


Im letzten Abschnitt erkläre ich, warum hormonfreie Verhütung sogar sicherer ist als die Pille. Also nicht nur hinsichtlich des Gesundheitssaspekts ist das Risiko bei hormonfreier Verhütung geringer, sondern auch hinsichtlich der Sicherheit. Aber nun erstmal zu den sichersten Methoden:


Die 4 sichersten Methoden im Überblick


Du hast heutzutage die Wahl zwischen einer Vielzahl hormonfreier, moderner Verhütungsmethoden. Und das Beste ist: Sie sind zum größten Teil sogar komplett frei von Nebenwirkungen.


In diesem Blogbeitrag stelle ich dir die 6 sichersten hormonfreien Verhütungsmethoden vor, die du unbedingt kennen solltest. Dazu gehören:


1. Verhütung mit Kupfer

2. NFP

3. Zykluscomputer

4. Diaphragma


Dabei erkläre ich die Funktionsweise der jeweiligen Verhütungsmethode und beleuchte die Verhütungsmittel hinsichtlich Kosten, Sicherheit, Vorteile und Nachteile. Gut starten wir.


1. Hormonfrei verhüten mit Kupferspriale, Kupferkette und Kupferball


Die Funktionsweise der Verhütungsmethoden mit Kupfer sind ähnlich. Aktuell gibt es ca. 9 verschiedene Formen der Kupfervarianten auf dem Markt. Neben der klassischen T-Form mit kleinen “Ärmchen” rechts und links, gibt es sie z.B. auch in Regenschirmform, als Kupferkette oder auch als Kupferball. Bei diesen Verhütungsmethoden beschädigen Kupferionen die Beweglichkeit der Spermien und verhindern so die Befruchtung. Außerdem wird durch die physische Anwesenheit der Kupfervarianten im Uterus die Einnistung eines Embryos verhindert.


Die meisten dieser Kupfermethoden gibt es in jeweils mehreren Größen. 6 dieser Spiralen sind für Frauen ohne Kinder gedacht. 3 für Frauen, die schon Kinder geboren haben.



Kosten


Je nach Produkt inkl. Einsetzen zwischen 200-500 Euro


Sicherheit


Methodensicherheit 0,1-3

Anwendersicherheit: 1-3


Vorteile


  • geringer Aufwand, sofern einmal gesetzt

  • „fix and forget“ (Frau muss sich nicht mehr um die Verhütung kümmern, sofern einmal eingesetzt)

  • auch für junge Mädchen im Teenageralter geeignet

  • sichere Methode

  • Langfristige Verhütungsmethode (bis 5 Jahre)


Nachteile


  • Fremdkörper in Gebärmutter

  • verstärkt häufig die Monatsblutung

  • häufig Menstruationsschmerzen

  • das Einsetzen ist ein "Eingriff" (es entsteht eine kleine Verletzung)

  • Risiko einer Infektion in der Gebärmutter und den Eileitern leicht erhöht

  • mögliche Toxität von Kupfer nicht ausreichend untersucht

  • hohe Kosten

  • Einsetzen evt. schmerzhaft

  • es entsteht eine Entzündung in der Gebärmutter, die das Einnisten unmöglich macht

  • Kupfervergiftungen können auftreten

  • kann abgestoßen werden, dann kein Verhütungsschutz


Zusammengefasst lässt sich sagen: Wer sich so wenig wie möglich um Verhütung kümmern möchte und kein Problem mit den möglichen gesundheitlichen Risiken hat, für den ist diese Methode genau richtig. Diese Methode hat von den hier aufgelisteten Methoden am häufigsten gesundheitliche Nebenwirkungen, wird aber auch von vielen Frauen gut vertragen.


2. Hormonfrei verhüten mit NFP


NFP nach Sensiplan ist die Bezeichnung für ein sicheres Regelwerk der Symptothermalen Methode. Das Prinzip besteht darin das fruchtbare Zeitfenster (5 - 7 Tage pro Zyklus) herauszufinden. Nur in dieser Zeit ist eine Befruchtung möglich. Um diesen Zeitraum möglichst genau zu bestimmen, werden die wichtigsten Körperzeichen (sympto-), wie Zervixschleim und die Körpertemperatur (-thermal) kombiniert. Daher auch der Name.


Diese Daten werden entweder handschriftlich in ein ausgedrucktes Zyklusblatt oder in eine App eingetragen. Hier kannst du dir die auf dem folgenden Foto abgebildete Zyklusblatt-Vorlage ausdrucken. Während des fruchtbaren Zeitfensters muss zusätzlich verhütet werden. Vor und nach den fruchtbaren Tagen kann ohne zusätzliches Verhütungsmittel Sex stattfinden. Wie du NFP anwendest erfährst du in diesem Beitrag.

Kosten


  • Einmalig 17,99 Euro für Literatur

  • ca. ab 6 Euro für ein Basalthermometer


Sicherheit


Methodensicherheit: 0,4

Anwendersicherheit: 1,8


Vorteile


  • keine gesundheitlichen Nebenwirkungen

  • sehr sicher, wenn die Regeln angewendet werden (vergleichbar mit der Pille)

  • geringe Kosten

  • stärkt Körperwahrnehmung

  • stärkt Wissen um Fruchtbarkeit

  • damit kann eine Schwangerschaft verhütet oder angestrebt werden

  • an unfruchtbaren Tagen muss nicht verhütet werden


Nachteile


  • lernen der Regeln erforderlich (drei Zyklen Lernen und Erproben)

  • kein Geschlechtsverkehr ohne zusätzliche Verhütung während der fruchtbaren Tage

  • höhere Aufmerksamkeit bei Stress, Erkrankungen und in der Stillzeit

  • tägliche Messungen erforderlich


Diese Methode eignet sich besonders gut für Frauen, die so natürlich wie möglich verhüten möchten und keine gesundheitlichen Risiken eingehen möchten. Es ist allerdings ein gewisser Zeitaufwand für das Erlernen der Methode und das tägliche Messen notwendig (der sich definitv lohnt!).


3. Hormonfrei verhüten mit Zykluscomputer


Die modernste Verhütungsmethode ist aktuell der Zykluscomputer. Um genau zu sein unterscheidet man in dieser Kategorie:


1. Zykluscomputer

2. Bluetooth-Thermometer

3. Zyklussensoren


1. Es gibt Computer, die ausschließlich mit der Temperatur und der Eingabe der Menstruation arbeiten und Computer, die mittels symptothermaler Methode arbeiten. Dabei sind Letztere wesentlich sicherer.

Zyluscomputer myWay

2. Dann gibt es Bluetooth-Thermometer, die in Verbindung mit einer App funktionieren. Mit diesen Thermometern wird die morgendlich gemessene Temperatur ohne Aufwand, also kabellos in die App übertragen. Die App bestimmt nach der Auswertung der medizinischen Algoryhtmen die fruchtbaren Tage.


Diese Methode ist an die symptothermale Methode angelehnt. Deshalb benötigt die App zusätzlich zur Basaltemperatur eine manuelle Eingabe für die Beschaffenheit des Zervixschleims und die Eingabe der Menstruation. In diesem Fall sparst du dir den Schritt die Temperatur per Hand in deine App oder Zyklusblatt einzutragen.

Basalthermometer Daysy

3. Das Neuste auf dem Markt sind aktuell Sensoren. Sie werden auch in Verbindung mit einer App genutzt. Einige werden dauerhaft getragen und senden in Echtzeit Informationen z.B. über die Körpertemperatur an die App.


Kosten


  • zwischen 56 – 440 Euro

  • Hängt von dem Produkt ab


Sicherheit


Hängt stark von dem jeweiligen Produkt ab und nach welchem Algorithmen sie auswerten.


Vorteile


  • Geringer Aufwand, da die Auswertung des Zyklus durch den Computer vorgenommen wird

  • Erleichterung für Frauen mit sehr unregelmäßigen Zyklen

  • automatisierte Übertragung der Temperatur

  • teilweise standardisierte Messzeit

  • evt. weniger Kenntnisse notwendig


Nachteile


  • hohe Anschaffungskosten

  • Batterie muss ggf. geladen werden

  • bei den Sensoren: Fremdkörper im Körper

  • Auswirkung von Strahlungen nicht untersucht

  • man vertraut ausschließlich der Technik


Bei der Auswahl eines geeigneten Zykluscomputers ist Vorsicht geboten, da der Zykluscomputer ist nur so sicher ist, wie der Algorithmus, der den Zyklus auswertet. Auch wenn diese Geräte den täglichen Aufwand verringern können, empfehle ich immer auch das NFP Regelwerk zu lernen. Bekanntlich kann man sich nicht immer auf die Technik verlassen. Die Frage ist wie du bei so einem wichtigen Thema damit umgehen möchtest? Was ist, wenn versehentlich die Batterlie leer ist und du es zu spät bemerkst?


4. Hormonfrei verhüten mit Diaphragma


Das Diaphragma ist eine Barrieremethode für die Frau, die ein Zusammentreffen zwischen Samenzelle und Eizellen verhindert.

Es bedeckt den Muttermund und wird ganz einfach eingeführt wie ein Tampon.


Das Diaphragma eignet sich auch super in Kombination mit NFP, z.B. für die Zeit während der fruchtbaren Tage. Oder auch wenn man sich am Anfang noch nicht so sicher mit NFP fühlt. Mir hat es damals noch mehr Sicherheit vermittelt, als ich mit NFP startete. So kann man sich in den ersten NFP Zyklen langsam aber sicher vorwagen.


Ich empfehle bei der Verwendung eines Diaphragmas immer zusätzlich ein Gel aufzutragen, welches die Beweglichkeit der Spermien hemmt. Man gibt vor dem Einsetzen einen Tropfen des Gels in das Diaphragma. Mit diesem Trick ist das Diaphragma besonders sicher. Wie du ein Diaphragma verwendest, habe ich in diesem Artikel erklärt.

Kosten


• Je nach Modell einmalig zwischen 30-40 Euro

• Gel, pro Tube ca. 10 Euro


Sicherheit (mit Gel)


Methodensicherheit: 1-2

Anwendersicherheit: 8 - 12


Sehr unterschiedlich, da der richtige Sitz entscheidend ist (Kontrolluntersuchung durch Frauenarzt sehr hilfreich)


Vorteile


  • muss nur bei Bedarf angewendet zu werden, kein täglicher Aufwand erforderlich

  • kann bis zu 2 Stunden vor Sex eingesetzt werden

  • einfach anzuwenden, sobald du geübt bist es einzusetzen

  • keine Minderung der Empfindungsstärke (wie bei Kondom)

  • leicht erhältlich

  • Frau kann es immer dabei haben


Nachteile


  • Übung für das Einsetzen erforderlich

  • einige Paare empfinden das Einsetzen als Störung der romantischen Stimmung (kann allerdings bis zu 2 Stunden vorher eingesetzt werden)

  • Zeitaufwand für eine Kontrolluntersuchung, ob es richtig sitzt empfehle ich



Hormonfreie Verhütung: Ist das sicher?


Die Verhütungssicherheit soll mindestens so sicher wie die Pille sein? Kein Problem!

Hierzulande gehen immer noch viele von dem Pearl Index als Maßstab für die Sicherheit von Verhütungsmitteln aus. Das ist FALSCH und auch der Grund, warum schon seit langer Zeit in keiner Forschung der Pearl Index herangezogen wird. Ich möchte hier nur kurz auf dieses Thema eingehen.


Viel aussagekräftiger sind die Methodensicherheit und Gebrauchssicherheit. Dies sind die aktuellen Sicherheitsmaßstäbe, wenn du dich über die hormonfreie Verhütung informieren möchtest.


Methodensicherheit = perfect use = die 100 % perfekte Anwendung ohne Fehler
Gebrauchssicherheit = typical use = Sicherheit im alltäglichen Leben einer Frau


Gemäß Pearl Index (in diesem Fall gleicher Wert für die Methodensicherheit) soll die Pille mit 0,1 – 0,9 sehr sicher sein. Denn das bedeutet, dass nur max. 0,9 Frauen von 100, die die Pille nehmen schwanger werden.


Laut der internationalen Gesellschaften für Familienplanung, wie dem ESC (European Society for Contraception) liegt die Gebrauchssicherheit aber bei 6-8, d.h. in Wahrheit werden 8 Frauen von 100 schwanger. Diese Werte ergeben sich aus der Störanfälligkeit der Pille. Zu diesen Faktoren gehören z.B. das Vergessen, Magendarm-Erkrankungen, Erbrechen etc. Das bedeutet also, dass die Pille gar nicht so sicher ist wie wir alle denken.


Schaut man sich im Vergleich die hormonfreien Verhütungsmethoden NFP und das Diaphragma an, sind NFP und das Diaphragma mindestens so sicher wie die Pille.

Die Sicherheit ist also kein Grund nicht auf eine hormonfreie Verhütung umzusteigen. Hol dir den START GUIDE für hormonfreie Verhütung, wenn du direkt durchstarten und mehr erfahren möchtest.




Das Wichtigste in Kürze

  • Es ist extrem wichtig deinen natürlichen Zyklus aufrecht zu erhalten

  • Nur mit hormonfreier Verhütung hast du einen natürlichen Zyklus

  • Hormonfreie Verhütung hat zum größten Teil keine Nebenwirkungen

  • Hormofreie Verhütung ist sicherer als die Pille

  • Die sichersten hormonfreien Methoden sind: Kupfermethoden, NFP, Zykluscomputer, Diaphragmen

  • Zur Beurteilung der Sicherheit einer Verhütungsmethode solltest du dich über Anwender und Gebrauchssicherheit informieren

  • Der Pearl-Index macht keine sichere Angabe zur Verhütungssicherheit




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Über mich

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Mein Name ist Laura, ich bin angehende Heilpraktikerin für Frauengesundheit.

​Hier und auf Instagram gebe ich Frauen einen Einblick in das wundersame Räderwerk ihres Körpers, damit sie eigenständige und selbstbewusste Entscheidungen für ihre

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