Pille absetzen – aber wie?

Die Anti-Baby Pille ist in Deutschland die Nummer Eins der angewandten Verhütungsmethoden. Doch langsam keimen Zweifel in vielen Frauen auf, ob es für sie das Richtige ist, jeden Tag ein Medikament zu nehmen und das oft ohne genau zu wissen, was es eigentlich im Körper macht.


Dieser Beitrag richtet sich an Frauen, die sich Gedanken über das Absetzen der Pille machen, aber noch unsicher sind „ob“ und „wie“



Dieser Artikel gibt dir Auskunft über folgende Themen:

  1. Pro und Kontra der Anti-Baby Pille

  2. Pille absetzen- so geht’s

  3. Begleiterscheinungen beim Absetzen der Pille

  4. Dem Körper zur Balance helfen, Post-Pill Symptome vorbeugen bzw. mindern

  5. Alternative hormonfreie Verhütung

  6. Fazit: Pille absetzen ist gar nicht so schwer


1. Pro und Kontra der Anti-Baby Pille

Zunächst sei gesagt: Ich möchte niemanden „überreden“ die Pille abzusetzen. Jede Frau soll für sich entscheiden, ob die Pille die richtige Verhütungsmethode für sie ist, oder nicht. Um eine selbstbestimmte Entscheidung treffen zu können ist es natürlich wichtig die Pro´s und Kontra´s zu kennen.


Pro:

  • hochsichere Verhütungsmethode

  • einfache Anwendung


Kontra:


  • Unterdrückung des weiblichen Zyklus – die Sexualhormone werden durch die Wirkstoffe der Pille ersetzt. Dies sind keine Hormone (auch keine „synthetischen“), sondern Medikamente, die lediglich versuchen unsere Hormone zu imitieren.

  • Die körpereigene Produktion der Sexualhormone wird dann stark runter gefahren. Wenn man diese Hormone nun im Labor bestimmen lässt, sind die Werte in etwa wie bei einer Frau nach den Wechseljahren. Möchte man das als junge Frau?

  • Die monatliche Blutung, die man unter Einfluss der Pille hat, ist überings keine echte Menstruation, sondern eine Entzugsblutung, mit der der Körper auf das plötzliche Pausieren des Medikamentes reagiert. Tatsächlich wurde diese Pillenpause damals erfunden, um einen Zyklus vorzugaukeln.

  • Es gibt vielfältige Nebenwirkungen.

  • Unsere Stimmung wird maßgeblich von unseren Hormonen gesteuert, da ist es klar, dass also auch unsere Psyche und Emotionen von der Pille nicht unberührt bleiben. So kann es zu Stimmungsschwankungen und depressiven Verstimmungen kommen.


Zu dem kann es, unter anderem, zu folgenden Beschwerden kommen:

- Kopfschmerzen - Migräne - Akne - Libidomangel - Gewichtszunahme - Wassereinlagerungen - Blähbauch - erhöhte Körperbehaarung - trockene Vaginalschleimhaut

Eine unbekanntere Tatsache ist, dass der Körper unter Einnahme der Pille ein erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen hat, da mehr verbraucht wird. So kommt es bei vielen Pillen- Anwenderinnen zu einem leichten bis starken Mangel an:


  • Vitamine C, D3, B6, B12

  • Magnesium

  • Mangan

  • Selen

  • Eisen

  • Jod

  • Zink


2. Pille absetzen- so geht’s

Dieser Punkt ist der kürzeste, denn obwohl das Absetzen der Pille für viele Frauen ein großer Schritt ist, ist es denkbar einfach. Empfohlen wird den aktuellen Blister noch zu Ende zu nehmen. Dann folgt meist die Abbruchblutung. Jetzt muss der Körper sich wieder einpendeln. Und das verläuft bei jeder Frau unterschiedlich.


Mindestens drei Monate sollte man dem Körper Zeit geben, wieder eine Balance herzustellen.

Es gibt aber auch einiges, was ihr schon in dieser Zeit tun könnt, um wieder eine Balance herzustellen, Post-Pill Symptomen vorzubeugen bzw. diese zu mindern. Mehr hierzu unter Punkt 4: Dem Körper zur Balance helfen, Post-Pill Symptome vorbeugen bzw. mindern.


3. Begleiterscheinungen beim Absetzen der Pille

Das Absetzen der Pille verläuft ganz individuell. Einige spüren gar keine Veränderung, manchen geht es plötzlich wesentlich besser und andere leiden erst mal unter „Post-Pill-Symptomen“. Diese Post-Pill Symptome reichen von Hautproblemen über ausbleibende Regelblutung bis hin zu Stimmungsschwankungen. Der Grund dafür ist, dass der Körper über den Zeitraum der Pilleneinnahme jeden Tag „seine Dosis“ Hormonersatzwirkstoffe bekommen hat.


Klar ist er erst mal verwirrt und „auf Entzug“, wenn diese nicht mehr kommen. Der körpereigene Zyklus war über diese Zeit lahm gelegt und in den meisten Fällen springt der Körper nicht direkt nach dem Absetzen auf und schreit „Juhu jetzt kann ich wieder eigene Hormone produzieren und einen Zyklus ans Laufen bringen“, sondern es dauert einige Zeit bis sich das wieder einpendelt. Besonders häufig sind Frauen von Post-Pill Symptomen betroffen, wenn sie sehr früh (mit 13, 14, 15 Jahren) die Pille genommen haben und so der eigene Zyklus noch gar nicht ausgereift war. Es kann also passieren das eine verspätete Pubertät durchlaufen wird.


Vor diesen Post-Pill-Symptomen sollte aber keine Frau Angst haben. Erstmal sind die Reaktionen, wie gesagt, sehr unterschiedlich und zu dem wird der Zeitpunkt eh irgendwann kommen an dem man die Pille absetzt. Entweder wenn ein Kinderwunsch besteht oder allerspätestens wenn es in die Wechseljahre geht.


Bei ersterem ist zu Bedenken, dass es definitiv nicht ratsam ist die Pille erst dann abzusetzen, wenn der Kinderwunsch bereits besteht. Dem Körper sollte Zeit gegeben werden sich wieder einzupendeln und die Mikronährstoffe sollten aufgefüllt sein.

4. Dem Körper zur Balance helfen, Post-Pill Symptome vorbeugen bzw. mindern.

Wie schon beschrieben, sollten dem Körper mindestens drei Monate Zeit gegeben werden um sich einzupendeln. Post-Pill Symptome können sich schnell wieder von selber legen, manchmal aber auch über lange Zeit bestehen.

Es gibt einige Ideen, wie man den Nebenwirkungen des Absetzens vorbeugen kann.

a) Mikronährstoffe auffüllen


Schon vor dem Absetzen der Pille darauf achten genügend Mikronährstoffe zu sich zu nehmen.


Wie gesagt, ist die Pille ein „Mikronährstoffräuber“

und um einen harmonischen Zyklus zu erzeugen braucht der Körper diese Nährstoffe. Also achtet unbedingt auf eine ausgewogene Ernährung und ggf. kann man in diesem Fall auch zusätzlich Mikronährstoffe supplementieren. (Es gibt extra Präparate, die genau die Mikronährstoffe enthalten, die von der Pille vermehrt verbraucht werden)

b) Die Entgiftung unterstützen


Die Wirkstoffe der Pille lagern sich im Körper an und können dort über Jahre verbleiben. Sie sind „lipophil“ (in Fett löslich, „fettliebend“), was bedeutet, dass sie es sich in unseren Fettgewebe „gemütlich machen“ und dort lange verbleiben können.

Wenn jemand z.B. plötzlich stark an Gewicht verliert, kann es dazu kommen dass diese Stoffe sich, durch den Abbau des Fettgewebes, lösen und so wieder in den Kreislauf gelangen.


Bei einer gezielten Entgiftung, nach Absetzen der Pille, bezwecken wir ein Lösen und Ausleiten der Pillenwirkstoffe. So zu sagen eine Reinigung des Körpers.

Hormone und auch die Hormonersatzstoffe der Pille, werden größtenteils in der Leber abgebaut. Wenn man über lange Zeit die Pille nimmt, ist dies eine ziemliche Herausforderung für dieses Organ. Da macht es um so mehr Sinn, die Leber nach dem Absetzen zu unterstützen bzw. ein wenig zu „verwöhnen“, denn umso schneller und besser kann sie ihrer Aufgabe, dem Hormonabbau, gerecht werden.


Im Folgenden möchte ich euch ein paar Anregungen geben wie ihr, besonders in der Zeit nach dem Absetzen der Pille, eure Leber unterstützen könnt.

Achtung: Diese Hinweise ersetzen keine Behandlung durch einen Arzt. Falls ihr unter einer Krankheit leidet und / oder Medikamente nehmt, wendet die folgenden Ideen nur in Absprache mit euren behandelnden Arzt an!

Bitterstoffe:

Die Leber liebt Bitterstoffe. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind essenziell wichtig für unsere Verdauung.


Lebensmittel die einen hohen Anteil an Bitterstoffen aufweisen sind z.B.: Ingwer, Grapefruit, Pfefferminze, Rucola, Löwenzahn, Radieschen, Chicorée, Rosenkohl, Brokkoli und Artischocken.

Leider wurden sehr vielen Pflanzen die Bitterstoffe rausgezüchtet, aufgrund des Geschmacks. Nur leiden daher die meisten Menschen unter einem Mangel. Versucht daher möglichst viele bittere Lebensmittel in euren Speiseplan einzubauen.

Zusätzlich gibt es Bitterstoffe auch in Tropfenform. Darin sind Pflanzenauszüge aus Heilkräutern wie: Mariendistel, Wermut, Schafgarbe, Bitterklee, Enzian usw.

Meist nimmt man von solchen Bittertropfen ca. eine halbe Stunde vor dem Essen die angegebene Dosis. Dies unterstützt die Leber, fördert die Verdauung und bremst sogar den Appetit, daher auch ein Tipp zur langfristigen Gewichtsabnahme.

Leberwickel:

Eine sehr einfache und wohltuende Methode sind die altbewährten Leberwickel.

Durch die Wärme und den enthaltenen Heilkräutern wird die Leber gut durchblutet und somit aktiviert. Am besten abends, zum Einschlafen, auflegen. Man benötigt:

• 1 Waschlappen

• 1 Handtuch

• Decke

• Warmes Wasser

• Wärmflasche

• Rosmarin oder Schafgarbe oder Mariendistel

Koche die Heilkräuter in Wasser wie einen Tee auf. Wenn er noch schön warm ist, aber keine Verbrennungs-Gefahr mehr besteht, tauche den Waschlappen ein und wringe ihn leicht aus. Lege den Waschlappen dann auf die Leberregion, unter dem rechten Rippenbogen. Lege das trockene, gefaltete Handtuch darüber und oben drauf noch eine Wärmflasche. Nun kannst du ganz gemütlich und warm einschlafen während deine Leber verwöhnt wird.

Ein- bis zwei Mal wöchentlich eine echte Wohltat für deine Leber! (Achtung: keine Leberwickel bei: Blutungen oder Geschwüren im Verdauungstrakt, bei Fieber oder Hepatitis)

Ernährung

Ja, auch hier ist die Ernährung das A&O. Sorgt für eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung, möglichst in bio- oder biodynamischer Qualität um dem Körper die Kraft zu geben, die er braucht um den Zyklus in Schwung zu bringen und gleichzeitig zu entgiften. Jegliche Zusatzbelastung in Form von Pestiziden, Schwermetallen, Giften (Auch Alkohol) sollte möglichst gemieden werden. Außerdem solltet ihr auf eine gute Trinkmenge achten - zwei Liter pro Tag sind anstrebenswert.

Vermeidung von hormonell wirksamen Stoffen

Leider enthalten viele Stoffe, mit denen wir täglich in Kontakt kommen, hormonell wirksame Bestandteile. Diese Stoffe greifen in unseren Hormonhaushalt ein und können für Störungen sorgen. Gerade in der Zeit des Absetzens der Pille, wo man seine Hormone wieder in Balance bringen möchte, sind solche Stoffe natürlich absolut zu meiden.

Zum Beispiel die berüchtigten „Weichmacher“ (Bisphenol A) in manchen Plastik, sind damit gemeint.

Auch auch sehr viele Pflegeprodukte und Kosmetika enthalten solche Stoffe.

Um herauszufinden ob eure Produkte davon betroffen sind gibt es verschiedene Apps, mit denen ihr den Barcode des Produktes scannen könnt. Euch wird dann angezeigt ob kritische Stoffe enthalten sind.


Vitamin D

Auch wenn das Thema Vitamin D eigentlich schon mit der Erwähnung der Mikronährstoffe abdeckt wurde, möchte ich es nochmal extra erwähnen. Denn Vitamin D ist in der aktiven Form gar kein Vitamin, sondern ein Hormon und da alle Hormone ineinander greifen und zusammen arbeiten ist auch


ein guter Vitamin D Spiegel für eine gesunde, hormonelle Balance unerlässlich.

Sehr viele Deutsche leiden unter einem ausgeprägten Vitamin D Mangel. Vor allem im Winter, aber selbst im Sommer liegen viele Werte noch unter dem Normwert. Lasst euren Vitamin D Wert also bestimmen (Beim Hausarzt, Gynäkologen oder Heilpraktiker) und behandelt gegebenenfalls einen Mangel.

Die Naturheilkunde hält noch viele weitere Ideen parat um den weiblichen Zyklus zu unterstützen und Post-Pill Symptome zu behandeln. Für eine individuelle Behandlung suche bitte einen ganzheitlichen Mediziner oder Heilpraktiker für Frauenheilkunde auf.


5. Alternative, hormonfreie Verhütung


Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wenn man die Pille ablehnt, wie man dann verhüten kann. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die teilweise genauso sicher sind wie die Pille und dabei eure Hormone gänzlich in Ruhe lassen.


Jede Methode hier detailliert zu beschreiben würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, erwähnen möchte ich sie aber kurz.

Empfehlenswerte Methoden:

- NFP – Natürliche Familienplanung nach Sensiplan

- Kupferspirale, Kupferball, Kupferkette - Kondom (Wichtig: in der richtigen Größe!) & Diaphragma (vor allem Kondom und Diaphragma kombiniert ist sicher)


Meiner Meinung nach nicht empfehlenswert (da nicht sicher genug):

– Kalendermethode

– Coitus interruptus

– Zykluscomputer die nicht symptothermal bzw. nach Sensiplan arbeiten

– Temperaturmethode


6. Fazit: Pille absetzen ist gar nicht so schwer

Falls ihr euch entscheidet die Pille abzusetzen – habt keine Angst davor! Wahrscheinlich kostet es euch mehr oder weniger Überwindung diesen Schritt zu gehen, aber so schwer ist es nicht. Hört auf euren Körper, beachtet eure Bedürfnisse und habt ein wenig Geduld. Falls euch über längere Zeit Post-Pill Symptome begleiten, sucht einen Heilpraktiker (für Frauenheilkunde) oder ganzheitlich arbeitenden Gynäkologen auf.


Über die Autorin:


Mandy ist Heilpraktikerin und Dipl. Kunsttherapeutin. In ihrer „Praxis für Natur- & Frauenheilkunde“ in Werl (NRW) arbeitet sie mit klassischer Natur- und Pflanzenheilkunde so wie Traditionell Chinesischer Medizin. Ihre Behandlungsschwerpunkte sind Themen aus der Frauenheilkunde, unerfüllter Kinderwunsch, Darmgesundheit und chronische Erschöpfung.


Mehr zu Mandy, ihrer Praxis und ihren Blog findet ihr auf:


www.naturheilpraxis-geppert.de

Instagram: @naturheilpraxisgeppert

Facebook: naturheilpraxisgeppert

Bitte beachte:

Die Inhalte dieses Blogs dienen der allgemeinen Information über gesundheitliche Themen. Sie können und sollen in keinem Fall die ärztliche Beratung, Diagnose und Behandlung ersetzen. Solltest Du an einer Krankheit leiden, besprich bitte jeden Rat mit deinem Arzt oder Heilpraktiker. Ich darf weder diagnostizieren, noch behandeln. Ich bin kein Arzt oder Heilpraktiker. Diese Webseite gibt lediglich meine Erfahrungen und meine Meinungen wieder. Du solltest die hier bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen nutzen.

Über mich

Hi, schön, dass du hier bist!

 

Mein Name ist Laura, ich bin angehende Heilpraktikerin für Frauengesundheit.

​Hier und auf Instagram gebe ich Frauen einen Einblick in das wundersame Räderwerk ihres Körpers, damit sie eigenständige und selbstbewusste Entscheidungen für ihre

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