Das hormonelle Auf und Ab in 4 Zyklusphasen



Frauen sind zyklische Wesen. Manchmal wird es als launenhaft oder „sie leidet unter Stimmungsschwankungen“ abgetan.


Liebe Frauen, ich möchte euch sagen: Es ist unsere Natur! Es ist weiblich.


Welche hormonelle Berg- und Talfahrt wir in einem Monat zurück legen, erfährst du in den folgenden Zeilen. Einige Frauen leiden unter der schlechten Stimmung, sobald es Richtung Periode geht. Wenn wir aufhören gegen diese Phasen anzuarbeiten, können wir harmonisch und zufrieden mit ihnen leben, aber dazu in einem anderen Artikel mehr. Als Grundlage ist es erst einmal wichtig den weiblichen Zyklus zu verstehen.


Was passiert da eigentlich in uns?



In diesem Artikel erfährst du:


  • welche Zyklusphasen es gibt und was jeweils passiert

  • welche Hormone für welche Aufgaben zuständig sind

  • was für ein Wunderwerk der Frauenkörper in einem Zyklus vollbringt



Die Zyklusphasen


Der Verlauf eines natürlichen weiblichen Zyklus (ohne Pille) lässt sich in 4 Phasen einteilen:


1. Phase: Menstruation

2. Phase: Follikelphase

3. Phase: Eisprung

4. Phase: Lutealphase


Diese Darstellung bildet einen Menstruationszyklus von dem 1. Tag der Regelblutung (Phase 1), über die Follikelphase (Phase 2) und den Eisprung (Phase 3), bis zum letzten Tag vor der nächsten Blutung (Phase 4) ab. Die Grenzen zwischen den Phasen sind fließend. Wie du die einzelnen Zyklusphasen an dir selbst feststellst, kannst du in dem Artikel "Die leise Stimme unseres Körpers" nachlesen.





Zunächst zu dem allgemeinen Steuermechanismus:


Die einzelnen Phasen werden durch unterschiedliche Hormone aus einem übergeordneten Zentrum im Gehirn, dem Hypothalamus gesteuert. Weil der Hypothalamus zusammen mit der Hypophyse andere endokrine Drüsen steuert, nenne ich ihn Chef. Die beiden Hormone FSH (Follikelstimulierendes Hormon, grün dargestellt) und LH (Luteinisierendes Hormon, geld dargestellt) sind die Abteilungsleiter, die den Abteilungen (endokrine Organe) signalisieren, was zu tun ist.


Außerdem spielen das Östrogen (englisch: estrogen, rot dargestellt) und Progesteron (englisch: progesterone, grau dargestellt) wichtige Rollen im weiblichen Zyklus. Welche hormonellen Veränderungen in den einzelnen Phasen passieren und was sie bewirken, kannst du anhand der Grafik nachverfolgen. In den folgenden Zeilen möchte ich näher darauf eingehen.


Jeder Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Periode:



1. Phase: Menstruation


Die Menstruation setzt ein. Das ist Tag 1 des Zyklus. Sofern keine Schwangerschaft eingetreten ist, wird hierbei die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Dafür sind die sinkenden Östrogen- und Progesteronspiegel verantwortlich. Das Menstruationsblut enthält Blut, Zellen, Gebärmutterschleimhaut und Zervixschleim. Viele Frauen nutzen während der Blutung Tampons oder Binden. Eine nachhaltige Alternative stellen übrigens Menstruationstassen dar. Ich bin seit 4 Jahren absolut begeisterte Anwenderin und kann sie sehr empfehlen. Wenn du hierzu mal einen Beitrag oder Interview lesen möchtest, schreib mir bitte deinen Wunsch in die Kommentare auf Instagram.



2. Phase: Follikelphase


Am 1. Tag des Zyklus schickt die Chefetage (Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse) die Abteilungsleiter FSH und LH los. Sie landen im Blut, um sich durch den Körper fortzubewegen. Diese Hormone, also die Abteilungsleiter, geben der Abteilung "Eierstock" das Zeichen, Follikel wachsen zu lassen. Ein Follikel ist die Hülle einer heranwachsenden Eizelle. In jedem Zyklus wachsen ca. 6-12 winzige Follikel in den Eierstöcken heran. Diese Follikelreifung lässt den Östrogenspiegel ansteigen, wodurch sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und verdickt. Diese verdickte Gebärmutterschleimhaut ist eine Vorbereitung für eine mögliche Schwangerschaft. Man kann sie sich vorstellen wie ein gemütliches Nest, wo sich ein Ei kuschelig einnisten könnte.



3. Eisprung


Der Östrogenanstieg als Folge der Follikelreifung veranlasst den Chef, den Hypothalamus im Gehirn, zur Ausschüttung des GnRH (Gonadotropin-freisetzendes Hormon). Dies stimuliert die Hirnanhangsdrüse, die FSH freisetzt. Bei einem bestimmten Spiegel FSH erfolgt eine Rückmeldung des Östrogens an den Hypothalamus. Das Luteinisierende Hormon (LH) steigt an und es kommt zum Eisprung des am weitesten entwickelten Follikels. LH ist das Hormon, das meist in den Urin-Ovulationstests gemessen wird. Erst ungefähr 36-48 Stunden nach dem Anstieg des LH Spiegels wird die Eizelle in den Eileiter ausgestoßen. Den Eileiter kannst du dir vorstellen wie einen 10-15 cm langen Schlauch, der Eierstock und Gebärmutter miteinander verbindet. Und genau hier im Eileiter wird die Eizelle entweder befruchtet oder geht ein, gewöhnlich innerhalb von 12-24 Stunden. Das bedeutet auch, dass die Eizelle ausschließlich in diesem 12-24 Stunden Fenster befruchtungsfähig ist. Über winzige Flimmerhärrchen wird die Eizelle im Falle einer Befruchtung in die Gebärmutter befördert.



4. Lutealphase


Die Lutealphase ist die letzte Phase des Menstruationszyklus. Es ist die Zeit zwischen Eisprung und Menstruation und dauert +/- 14 Tage. Nachdem die reife Eizelle, während des Eisprungs, den Follikel verlassen hat, verwandelt er sich in eine Drüse. Der Rest des aufgeplatzten Follikels bleibt an der Oberfläche des Eierstocks hängen und wird zum Gelbkörper. Der Gelbkörper produziert zunehmend Progesteron, das gemeinsam mit dem Östrogen dazu beiträgt, dass die Gebärmutterschleimhaut verdickt bleibt, damit sich ggf. eine befruchtete Eizelle gemütlich einnisten kann.

Falls keine Schwangerschaft eintritt, stirbt der Gelbkörper ab und der Progesteronwert sinkt: Die Gebärmutterschleimhaut verdickt sich nicht länger und wird abgestoßen.

Der Zyklus beginnt von vorne.


Das Spannende an der Sache ist:


Der Körper reagiert auf diese Hormonschwankungen mit sichtbaren Veränderungen.


Das bedeutet: Wir Frauen können die Phasen selbst an uns beobachten. Diese Tatsache finde ich unfassbar cool. Deshalb erzählt euch Anne, eine ausgebildete NFP Beraterin, in diesem Artikel wie ihr dies an euch selbst feststellen könnt.


Natürlich haben die Hormone nicht nur körperliche Auswirkungen, sondern beeinflussen auch unsere Psyche! Ich finde, dass die zyklusabhängigen emotionalen Veränderungen jeder Frau bewusst sein sollten, weil sie so in Zukunft ganz anders mit sich umgehen wird. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, lies dir meinen Blogartikel zu diesem Thema durch: "Stimmungsschwankungen - zyklusabhängig?".



Der Zyklus kurz zusammengefasst:



Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Blutung und endet mit dem letzten Tag vor der nächsten Regelblutung. In jedem Zyklus reift in einem Eierstock eine Eizelle heran. Sie wird beim Eisprung vom Eierstock losgelassen und macht sich auf eine Reise durch den Eileiter. Hier im Eileiter findet ggf. eine Befruchtung statt. Wird die Eizelle nicht befruchtet, kommt es nach 12-16 Tagen zur Regelblutung und es beginnt eine neue Eireifung. Diesen Prozess nennt man Zyklus.



Bitte beachte:

Die Inhalte dieses Blog dienen der allgemeinen Information über gesundheitliche Themen. Sie können und sollen in keinem Fall die ärztliche Beratung, Diagnose und Behandlung ersetzen. Solltest Du an einer Krankheit leiden, besprich bitte jeden Rat von mir mit deinem Arzt oder Heilpraktiker. Ich darf weder diagnostizieren, noch behandeln. Ich bin kein Arzt oder Heilpraktiker. Diese Webseite gibt lediglich meine Erfahrungen und meine Meinungen wieder. Du solltest die hier bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen nutzen.

Über mich

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Mein Name ist Laura, ich bin angehende Heilpraktikerin für Frauengesundheit.

​Hier und auf Instagram gebe ich Frauen einen Einblick in das wundersame Räderwerk ihres Körpers, damit sie eigenständige und selbstbewusste Entscheidungen für ihre

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