Zykluswissen: Die leise Stimme Deines Körpers

Woran du erkennst, in welcher Zyklusphase du bist.

Viele Frauen empfinden die hormonellen Schwankungen in ihrem Zyklus als anstrengend oder nervig. Der folgende Artikel über das wertvolle Zykluswissen verrät dir, warum es so wertvoll für dich sein kann, deinen Zyklus besser verstehen zu lernen und woran du ganz konkret erkennen kannst, in welcher Phase deines Zyklus du dich gerade befindest.


Unser weiblicher Zyklus ist nämlich so viel mehr als ein paar Tage gereizte Laune und eine gelegentliche Blutung!



Anne ist ausgebildete NFP Beraterin und widmet sich auf ihrem Instagramprofil der natürlichen Verhütung ohne Hormone. Es freut mich sehr, dass ich sie für dieses Gastbeitrag über das Zykluswissen gewinnnen konnte.


In diesem Blog Beitrag wird Anne folgende Punkte näher erläutern:


  1. Was sagt dir dein Zyklus?

  2. Woran erkennst du einen gesunden Zyklus?

  3. Woran erkennst du die vier Zyklusphasen?

  4. Das Wichtigste in Kürze


1. Zykluswissen: Was sagt dir dein Zyklus?

Tatsächlich kannst du dir deinen Zyklus vorstellen wie ein Fenster, durch das wir einen Blick in unseren Körper hineinwerfen und erkennen können, wie es um unsere Gesundheit insgesamt bestellt ist. Wie Laura in ihrem Artikel über den Menstruationszyklus erklärt hat, steckt hinter diesen zyklischen Abläufen nämlich ein ausgeklügeltes, fein aufeinander abgestimmtes hormonelles System, an dem verschiedene Organe unseres Körpers beteiligt sind. Kann eins dieser Organe nicht richtig arbeiten oder ist durch äußere Faktoren wie Stress oder falsche Ernährung besonders belastet, wirkt sich das auf unseren Zyklus aus: Er verlängert sich, der Eisprung bleibt aus, die Menstruation wird schmerzhafter oder unregelmäßiger, PMS-Symptome häufen oder verstärken sich.


Ein aufmerksamer Blick auf unseren Zyklus kann uns dabei helfen, ein tieferes Verständnis für die Vorgänge in unserem Körper zu gewinnen.

Und uns gleichzeitig Auskunft darüber geben, dass alles okay ist, unser Körper also gesund und fruchtbar ist.

Genau das ist es nämlich, was unser Körper uns durch Veränderung bestimmter Körperzeichen regelmäßig rückmeldet. Grund genug also, auf die leise Stimme unseres Körpers zu achten!


2. Woran erkennst du einen gesunden Zyklus?


Auch, wenn wir die meiste Zeit in unserem Leben nicht schwanger werden möchten: Rein biologisch betrachtet dreht sich alles um Fruchtbarkeit. Eine der wesentlichen Funktionen unseres Zyklus ist es, eine befruchtungsfähige Eizelle bereit zu stellen, damit potentiell neues Leben entstehen kann.

Ein wichtiges Anzeichen für einen gesunden Zyklus ist deshalb, dass regelmäßig ein Eisprung stattfindet, wir also fruchtbar sind. Genau in dieser fruchtbaren Zeit, also um den Eisprung herum, verändern sich die Zeichen unseres Körpers ganz besonders deutlich.

Mit etwas Übung sind sie für jede Frau wahrnehmbar.

Diese Zeichen sind:


  • Zykluslänge

  • Veränderung des Zervixschleims (Östrogenabhängiges Zeichen)

  • Veränderung der Körpertemperatur (Progesteronabhängiges Zeichen)

  • Individuelle Zeichen (Mittelschmerz, Eisprungblutung, Brustsymptom, Energie und Laune)


Gleich vorab: Unsere Zyklen sind so unterschiedlich, wie wir Frauen auch!

Ein normaler, gesunder Zyklus muss nicht genau 28 Tage lang sein, im Gegenteil: Studien haben ergeben, dass die Mehrheit aller Frauen eben keinen 28-Tage-Zyklus hat. Als medizinisch normal gelten alle Zykluslängen zwischen 23 und 35 Tagen.

Trotzdem ist die Länge deines Zyklus ein wichtiges Anzeichen: Er sollte einigermaßen regelmäßig sein. Schwankungen von ein paar Tagen sind völlig normal und kein Grund zur Sorge. Auch wenn mal ein etwas längerer Zyklus dazwischen ist, ist das nicht ungewöhnlich. Durch Stress, Krankheit oder andere Einflüsse kann phasenweise auch unser Zyklus aus dem Gleichgewicht geraten. Entscheidend ist aber, dass solche Schwankungen die Ausnahme darstellen. Wenn du über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder massive Schwankungen beobachtest, kann das ein Anzeichen für eine gestörte Eireifungsphase sein, also auf ein Hormonungleichgewicht in der Phase zwischen Menstruation und Eisprung hinweisen.


3. Zykluswissen: Woran erkennst du die vier Zyklusphasen?


Unser Körper verändert sich während der vier Zyklusphasen, die Laura beschrieben hat, sehr deutlich. Im Folgenden erkläre ich dir, woran du die einzelnen Phasen erkennen kannst und welche Rückschlüsse dir deine Beobachtungen auf deine Gesundheit erlauben.


a. Menstruation


Die Blutung ist das am deutlichsten wahrnehmbare Körperzeichen. Sie läutet den Beginn des neuen Zyklus ein und reinigt gleichzeitig die Gebärmutter von der zuvor aufgebauten Schleimhaut. Farbe, Menge und Beschaffenheit deines Menstruationsbluts, aber auch die Dauer der Menstruation verraten dir daher viel über das Hormongleichgewicht in deinem Körper, vor allem über den Östrogenspiegel.

Je dunkler, dickflüssiger die Blutung ist, desto mehr Schleimhaut ist darin enthalten. Eine sehr starke, dunkelrote Blutung mit kleinen Klümpchen darin kann beispielsweise auf einen hohten Östrogenspiegel hinweisen. Ist die Blutung hell und eher schwach, kann ein niedriger Östrogenwert die Ursache sein.


Viele Frauen haben während ihrer Menstruation das Gefühl, weniger leistungsfähig zu sein und haben das Bedürfnis nach mehr Ruhe. Das ist völlig okay! Manchmal zeigt uns unser Körper auch durch ein Gefühl des Unwohlseins oder mit leichten Bauch- oder Rückenschmerzen, dass er Erholung braucht. Gönn dir Ruhe und kümmere dich in dieser Zeit besonders gut um dich!


Heftige, krampfartige Schmerzen während der Menstruation hingegen sind nicht normal. Bitte lass dir nicht einreden, diese Schmerzen gehörten zum Frausein dazu und müssten eben ausgehalten werden. Extreme Regelschmerzen haben fast immer eine Ursache, die es lohnt, herauszufinden und gezielt zu behandeln. In diesem Fall spricht dein Körper sogar sehr laut und deutlich mit dir und zeigt dir, dass irgendetwas gerade nicht in Ordnung ist. Wenn du unter sehr heftigen Schmerzen leidest und deine Periode vielleicht auch besonders stark oder lang ist, wende dich an deinen Frauenarzt.


Normalerweise ändern sich Stärke und Dauer während der Periode. Gegen Ende ist die Blutung meist nur noch schwach und /oder bräunlich. Damit signalisiert dein Körper dir, dass die Schleimhaut in der Gebärmutter nun vollständig abgestoßen ist und die nächste Zyklusphase beginnt.


b. Follikelphase


Während der Follikelphase, wenn in den Eierstöcken Eibläschen heranreifen, steigt der Östrogenspiegel in unserem Körper an und bewirkt eine ganze Reihe von Veränderungen, die dir verraten, dass dein Körper sich auf einen Eisprung vorbereitet. Da die Eizelle selber nur sehr kurz befruchtungsfähig ist, verlängert unser Körper den Zeitraum, in dem wir schwanger werden können, durch einem Trick: In den Drüsen des Gebärmutterhalses wird ein Sekret gebildet, dass den PH-Wert der Scheide verändert und gleichzeitig Nahrung und Energie für Spermien liefert. Dadurch können Spermien mehrere Tage im weiblichen Körper überleben und auf den Eisprung warten. Dieses Sekret heißt Zervixschleim.


Rückt der Eisprung näher, wird dieser Zervixschleim immer dünnflüssiger, sodass er den Gebärmutterhals herunter läuft und schließlich am Scheideneingang beobachtet werden kann. Manche Frauen halten ihren Zervixschleim fälschlicherweise für krankhaften Ausfluss. Stattdessen ist er aber das genaue Gegenteil: Er signalisiert uns, dass alles in Ordnung ist, dass sich in unseren Eierstöcken heranwachsende Follikel befinden und die Eireifung in Gang ist. Viele Frauen bemerken in dieser Zeit auch, dass sie besonders viel Energie haben, gut gelaunt sind und sich rundum wohl in ihrem Körper fühlen.


c. Eisprung


Kurz bevor der am weitesten entwickelte Follikel springt, erreicht auch der Östrogenpegel in unserem Körper seinen Höhepunkt. Dies wirkt sich auf den Zervixschleim aus: Er wird flüssiger, spinnbarer und klarer, sodass Aussehen und Konsistenz an rohes Eiweiß erinnern können, oder wird sogar so flüssig wie Wasser. Auch die Menge kann zunehmen, und manchmal lösen sich in dieser Zeit winzige Zellen der Gebärmutterschleimhaut ab und färben den Zervixschleim blutig. Außerdem bemerken Frauen um den Eisprung herum manchmal einen stechenden Schmerz im Bauchraum, den sogenannten Mittelschmerz. All diese Beobachtungen weisen dich deutlich auf genau einen Vorgang hin:


Das zentrale Event in unserem Zyklus, der Eisprung, steht unmittelbar bevor!

d. Lutealphase


Auch nach dem Eisprung spielen sich eine ganze Reihe von hormonellen Steuerungsprozessen ab. Der Östrogenspiegel sinkt und der Zervixschleim wird nun wieder dicklicher, eher weißlich und oft auch weniger. Gleichzeitig bewirkt der steigende Progesteronspiegel, dass sich die Körpertemperatur um wenige Zehntel Grad erhöht. Dieser Temperaturanstieg ist wichtig, um einer potentiell befruchteten Eizelle optimale Bedingungen für eine Einnistung zu ermöglichen.


Da sich unsere Körpertemperatur nach dem morgendlichen Aufwachen sehr schnell ändert, kann dieser Anstieg nur beobachtet werden, wenn die Temperatur direkt nach dem ersten Aufwachen, noch liegend im Bett, gemessen wird. Man nennt das die Basaltemperatur. Ihr Anstieg verrät dir, dass in deinem Körper ein Eisprung stattgefunden hat.


Die Körpertemperatur bleibt jetzt so lange erhöht, bis nach 12-16 Tagen die nächste Menstruation einsetzt. In dieser Zeit bereitet sich unser Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Es kommt verstärkt zu Wassereinlagerungen, manche Frauen bemerken spannende, leicht vergrößerte oder sehr empfindliche Brüste, und unsere allgemeine Stimmung kann eher gedämpft, auf Ruhe und Rückzug ausgerichtet sein. Kommt es in dieser Phase zu besonders starken PMS-Symptomen, sind wir also besonders gereizt oder launisch, kann das ein Anzeichen für ein hormonelles Ungleichgewicht sein. Auch in diesem Fall lohnt es sich sehr, auf deinen Körper zu hören und möglichen Ursachen auf den Grund zu gehen. Kontaktiere dafür bitte deinen Arzt oder Heilpraktiker.


Ist keine Schwangerschaft eingetreten, sinkt nach etwa 12-16 Tagen die Körpertemperatur wieder und kündigt dir so die bald einsetzende Menstruation an. Der Zyklus beginnt von Neuem.


4. Das Wichtigste in Kürze über das Zykluswissen:


  • Das zentrale Event in unserem Zyklus ist der Eisprung. Ein regelmäßiger Eisprung ist deshalb ein starker Indikator für unsere Gesundheit.

  • Spinnbarer, flüssiger oder glasklarer, eiweißartiger Zervixschleim weist dich darauf hin, dass du dich in der Follikelphase bzw. kurz vor dem Eisprung befindest

  • Ein Anstieg deiner Körpertemperatur verrät dir, dass dein Eisprung stattgefunden hat

  • Auch andere, individuelle (sogenannte sekundäre) Zeichen können jeden Zyklus aufs Neue auftreten und dir zusätzlich anzeigen, in welcher Zyklusphase du dich befindest

  • All diese Beobachtungen können dir dabei helfen, deinen Zyklus besser kennenzulernen. Dieses Wissen ermöglicht dir ein positives Körpergefühl und erlaubt dir gleichzeitig, wie durch ein Fenster in deinen Körper hinein zu schauen und dich besser verstehen zu lernen.



Über die Autorin:





Anne ist zertifizierte NFP-Beraterin und Zykluscoach in Darmstadt und im Rhein-Main-Gebiet. Seit 2010 arbeitet sie mit Frauen und Mädchen, die mehr über ihren Zyklus lernen möchten und hält Workshops zum Thema Aufklärung und Körperwissen. Außerdem berät sie Frauen und Paare in Fragen rund um Kinderwunsch und natürliche Verhütung und führt in Kursen und Workshops in die Methode NFP ein.


Mehr Infos zu NFP, ihren Workshops und Kursen findet ihr unter www.hormonfrei-verhüten.de


Instagram: @undtschuesshormone


Bitte beachte:

Die Inhalte dieses Blogs dienen der allgemeinen Information über gesundheitliche Themen. Sie können und sollen in keinem Fall die ärztliche Beratung, Diagnose und Behandlung ersetzen. Solltest Du an einer Krankheit leiden, besprich bitte jeden Rat mit deinem Arzt oder Heilpraktiker. Ich darf weder diagnostizieren, noch behandeln. Ich bin kein Arzt oder Heilpraktiker. Diese Webseite gibt lediglich meine Erfahrungen und meine Meinungen wieder. Du solltest die hier bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen nutzen.

Über mich

Hi, schön, dass du hier bist!

 

Mein Name ist Laura, ich bin angehende Heilpraktikerin für Frauengesundheit.

​Hier und auf Instagram gebe ich Frauen einen Einblick in das wundersame Räderwerk ihres Körpers, damit sie eigenständige und selbstbewusste Entscheidungen für ihre

Gesundheit und Familienplanung treffen können.

Viel Spaß beim Stöbern!

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